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90er Jahre

Als Folge der Rekolonialisierungsrhetorik gegenüber Afrika, der Islamhetze und der Anschläge auf MigrantInnen Anfang der 90er Jahre rückte die Medienkritik ins Zentrum des DWJN-Engagements. In Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung entstand die Initiative „Media Watch“, deren Arbeit in zahlreichen Readern dokumentiert ist. Das Themenspektrum reicht von Kriterien zur Kritik über Auseinandereinsetzungen überdie Afrika-Berichterstattung des Spiegel, das Sponsoring der Seifenoper Klinik unter Palmen bis zur Rolle von AuslandsreporterInnen und ihren Stringern.

Auf der Grundlage einer kritischen Studie über das Fernsehprogramms der Deutschen Welle entwickelte das DWJN 1989 Vorschläge für ein Kooperationsmodell von Sendern nach dem Vorbilder der „Group of One World Broadcasters“, die Rolf Seelmann-Eggebrecht aus dem „Tag für Afrika“ entwickelt hatte, das bei der rotgrünen Mehrheit im Bundestag auf Beachtung stieß aber nicht umgesetzt wurde.

Wettbewerbe und Ausstellungen
Im vergangenen Jahrzehnt standen weitere auf strukturelle Veränderungen zielende Aktivitäten im Vordergrund: So organisiert das DWJN als Ergänzung zum „Medienpreis Entwicklungspolitik“ seit 2000 einen Wettbewerb für entwicklungspolitische Fotos und Karikaturen, der 2004 um Infografiken erweitert und 2005 sowie 2007 globalisiert wurde. Aus den besten Karikaturen wurden zwei Wanderausstellungen entwickelt zu den Themen: Millennium Entwicklungszielen (MDG) und „Afrika zwischen Krisen und Renaissance“. Zu den Themenkomplexen Medien und Konflikt und Migranten und Medien bestanden bundesweite Arbeitsgruppen.